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Die Waldorfschule ist eine freie, selbstverwaltete Einrichtung, die im bildungspolitischen
Bereich zwar einige Anforderungen erfüllen muss, aber in der ansonsten
alle schulischen Belange von den Lehrern entschieden werden. Dies gilt sowohl
für den pädagogischen Bereich als auch für die Gestaltung und
die Organisation. In den Aufgabenbereich der Lehrer fallen auch Verwaltungsaufgaben.
Eine übergeordnete Schulleitung gibt es nicht.
Der rechtliche und wirtschaftliche Träger der Waldorfschule ist der Schulverein,
in dem Lehrer, Eltern, Förderer und Anhänger vertreten sind. Der
Vorstand des Schulvereins wird von den Mitgliedern gewählt, die sich
aus Eltern und Lehrern zusammensetzen.
In der Regel sind die Lehrer Angestellte des Schulvereins und nur ihm gegenüber
verantwortlich. Der Schulverein soll dafür sorgen, dass die Waldorfschule
von allen besucht werden kann, unabhängig vom sozialen Status.
Die Schule begann mit 256 Schülern in acht Klassen, davon waren 191 Kinder
von Arbeitern der Waldorf-Astoria, der Rest kam vornehmlich aus dem Kreis
anthroposophisch orientierter Eltern. Die Entscheidung, alle Kinder aufzunehmen,
deren Eltern um Aufnahme baten, schloss einerseits die Abtrennung von der
Firma ein und machte notwendig, dass die Eltern selbst die Kosten der Schule
zu übernehmen hatten. Andererseits bedeutete dies, dass sich die Schule
damit von der Arbeiterschaft zunehmend entfernte. Diese Entscheidung erwies
sich jedoch rückblickend als sachgerecht, da sowohl der Anteil der Werkskinder
sank als auch die Firma die Eigentümer wechselte.
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